Teilnahme am Workingtest des CBRN in Crobse Waard – Haaften

Was ein Wochenende! Nachdem am Tag zuvor der MAP richtig gut geklappt hat, fand am Samstag der lang erwartete Workingtest des Chesapeake Bay Retrieverclub Niederlande statt.

Es konnte ja eigentlich nur schlechter werden. 2 Tage auf hohem Niveau zu starten ist schon anstrengend! Und wir starteten ja in der A (Open), da zählt Leistung, Leistung, Leistung! Das Wetter war diesmal nicht ganz so schön. Gelegentlich kam Regen auf, jedoch blies ein heftiger Wind, fast ununterbrochen, was natürlich für die Nasenarbeit nicht unbedingt förderlich war. Da es zuvor Mißverständnisse mit der Startklasse gab, waren wir das letzte Gespann der Gruppe. Die Warterei zog sich also gleich zu Beginn erheblich. Lago war diesmal auch sehr unruhig mit all den vielen Retrievern. Der Workingtest startete mit der Aufgabe 2 und endete mit der Aufgabe 1! Tatsächlich waren wir die letzten (!), die in der Prüfung waren! Das Suchenlokal war bis 19 Uhr reserviert, um 19:20 Uhr stand Lago und ich noch in der Prüfung … nur noch 2-3 Leute standen überhaupt noch bei der letzten Prüfung um zuzuschauen …. 

Aufgabge 1 (15/20): Bei dieser Aufgabe sollten auf einem großen Feld nacheinander zunächst zur rechten Seite auf eine Wildschleppe eingewiesen werden, links ein Blind und voran eine Markierung. Die Schleppe hatte eine ordentliche Strecke und war mit mindestens 2 Winkeln versehen. Der Anschuss war ca. 30 m entfernt. Geradeaus wurde mit einem Launcher eine Markierung geschossen, die Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit und Entfernung aber kaum/nicht gesehen wurde. Aufgrund der langen Wartezeit und der Überzeugung, dass der Kleine die letzte Aufgabe eh nicht mehr schafft (und somit keine Aussicht auf Erfolg bestand), überlegte ich kurz, die Aufgabe nicht mehr anzutreten, letztendlich dachte ich dann “was soll es” und es ging in die Aufgabe mit wenig Hoffnung. “Schleppe voran” und Lago ballerte ein letztes Mal los. Beim Auffinden des Anschusses hatte er ein wenig Probleme, arbeitete dann aber die Schleppe wunderbar ab und kam sicher mit einer Gans zurück. “Apport” für den Launcherdummy, keine Ahnung wo dieser gelandet ist. Auch Lago war sich nicht mehr ganz so sicher und bei all den alten Fallstellen für ihn als letzten Hund in der Aufgabe sicherlich auch nicht einfach. Aber nach einer Zeit kam er auch mit diesem Dummy flott wieder zurück. Das Blind mit “voran” und er hielt gut die Linie und war im Bereich des Dummys. Auch diesen brachte er ordentlich wieder rein. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Toll gemacht. Überraschend, wieviel Energie er noch hatte. 

Aufgabge 2 (10/20): Mit Aufgabe 2 startete für uns der Workingtest. Es sollte ein Blind und eine weit entfernte Markierung nacheinander gearbeitet werden. Eigentlich kein Problem, aber der sehr starke Wind und der dunkelgrüne Hintergrund bei der Markierung waren schon eine Herausforderung. Also erst das Blind mit “voran” abarbeiten und danach die Markierung. Das Blind hat Lago toll reingeholt, ohne sich von der Markierung ableiten zu lassen. Nun ging es an die Markierung und obwohl die Linie sauber war und er im Nahbereich des Dummys war, rannte er zu weit nach links, war wieder ein wenig “out of order”, rannte weiter nach links, vorbei an den Helfern und pickte etwas auf!? “ist da auch ein Dummy?” meine Frage. Nun Lago hatte eine Lock-Taube aufgenommen, dafür gab es leider keine Punkte. Ich durfte ein zweitesmal schicken, aber auch diesmal nahm er lieber eine Locktaube auf. Shit happens. Das muss ich wohl mal trainieren, wo bestellt man schicke Locktauben? Die Sinnhaftigkeit beim Einsatz von nur Dummies mit Locktauben zu arbeiten entzieht sich mir ein wenig. Aber immerhin 10 Punkte.

Aufgabge 3 (10/20): Diese Aufgabe hatte es in sich! Hoch stehend auf einem Damm sollte in weiter Entfernung mit einigen Geländeübergängen (u.a. auch ein breiter Wassergraben) ein Blind geholt werden. Ist der Hund auf dem Rückweg, wird eine Verleitmarkierung ins Wasser geworfen (die natürlich bei dem starken Wind abtrieb). Diese konnte dann direkt nach Abgabe geholt werden. Eine 180 Grad Drehung und den Damm hinunter sollte ebenfalls ein Blind gesucht werden (frei verloren Suche). Beim Einweisen auf das erste Blind hat sich Lago sehr schwer getan und war wieder in seinem Eigenständigkeitsmodus. Als er im Bogen in die richtige Richtung unterwegs war, lies ich das Einweisen sein und vertraute auf seine “Selbständigkeit” und nach bangen Minuten hatte er den Dummy gefunden. Von der Verleitmarkierung lies er sich zum Glück nicht ablenken und kam schnell zurück (zum Richter …). Den Wasserapport machte er ebenfalls flott und fand den abgetriebenen Dammy schnell. Die Verlorensuche war leider nicht erfolgreich und ich musste ihn ohne Erfolg zurückrufen. Schade. Das Suchengebiet konnte man nicht einsehen, so musste man sich auf seinen Hund verlassen. Zuvor hatte ein anderer Hund zum Erstaunen aller einen toten Hasen apportiert. Nun beobachtende Mitteilnehmer sagten mir, er habe sich wohl an der Stelle, wo der Hase lag festgebissen, er wollte unbedingt Wild finden. Pech gehabt, wäre er vor dem anderen Hund gestartet, wäre der Hase seiner gewesen. 🙂

Aufgabge 4 (19/20): Hier sollte zunächst auf eine Schleppe eingewiesen und dann 90 Grad nach links ein Wasserapport erfolgen. “Schleppe voran” und los ging es! Lago kam schnell auf die Schleppe und kam ebenso flott mit der Gans zurück! Toll! Die Entfernung beim Wasserapport war schon sehr weit und auch hier trieb der Dummy ab. Aber Lago hatte die Markierung noch abgespeichert und löste das Problem schnell und war erfolgreich. Schöne Punkte, vielen Dank.

Aufgabge 5 (18/20): Die vorletzte Aufgabe! Konzentriert bleiben! Hier wurden 2 Markierungen an einer großen Wasserfläche geworfen, die man nacheinander abarbeiten sollte. Die linke viel in weiter Entfernung in die Uferböschung und nicht ins Wasser. Rechts jedoch wurde weit in das Wasser geworfen und auch hier tat der starke Wind seine Arbeit und der Dummy war nicht mehr da, wo Lago ihn markiert hatte. Aber nach einer kurzen Verwirrung konnte er diesen dann auch erreichen. Beide Dummies drin! “God Boy”.

Gesamtergebnis: 72/100 Diplom A

Vielen Dank an die Veranstalter, den Richtern, den fleissigen Helfern und den tollen Mitteilnehmern! Es war sehr anstrengend und hat einen riesen Spaß gemacht. Die Aufgaben waren toll und dem A-Niveau entsprechend sehr knackig. Im Vergleich zu Workingtest Open in Deutschland sind die A-WT in den Niederlanden m.E. einen Zacken schwieriger, da hier zusätzlich mit Wild gearbeitet wird. 

Ergebnisliste des WT

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