Was macht man nicht alles für seinen Hund? Einen Workingtest auf Rügen? Jawohl, auf geht´s 700 km später ist man auch schon da. Fast wäre der Workingtest aufgrund zu geringer Meldezahlen nicht zustande gekommen. Glück gehabt, das er doch noch stattfand. Schön und entspannend mit wenigen Startern anzutreten.
Mit der Startnummer 4 Glück gehabt, nicht als erster ran zu müssen und nicht zu viel Warten. Die Teilnehmer der Open starteten zeitgleich mit der Anfängergruppe, sodass die Open mit den Aufgaben 3 und 4 begannen.
Aufgabe 1 (12/20): Bei der ersten Aufgabe sollte zunächst eine Markierung, die im rechten Bereich recht nah geworfen wurde, gearbeitet werden. Danach musste direkt das Blind zur Linken mit deutlich höheren Abstand geholt werden. Keine Frage, die Markierung hat Lago einwandfrei gearbeitet. Beim Blind ist er leider zunächst nach links abgedriftet (zur alten Fallstelle) und hat Handling benötigt. Das war schon ein wenig mühselig. Aber letztendlich hat er das Blind sicher reingebracht. Die Punktevergabe war schon recht dürftig ….

Aufgabe 2 (14/20): Mit dem Richter stand das Team auf einem Feldweg. Nach der Freigabe sollte im linken (nahen) Bereich ein Dummy gesucht werden. Während der Hund in die Suche geschickt wurde, wirft der Helfer eine Markierung (hinter dem Baumbestand), die vom Hundeführer gut gesehen werden konnte. Im Idealfall markiert der Hund hier ebenso während er sucht. Nachdem der Dummy aus der Suche gebracht wurde, sollte die Markierung ohne weitere Freigabe gearbeitet werden. Die Suche hat Lago wie zu erwarten war, flott erledigt. Die Markierung hat er nicht gesehen und so musste er auf das Blind eingewiesen werden. Die Entfernung (ca. 100-120 m) war schon anspruchsvoll, ebenso das Gelände (mit Geländeübergängen):

Lago also ins “voran” geschickt und natürlich hat er sich auf der Höhe des Weges aufgehangen. Nun wusste ich leider nicht mehr, wo die Markierung gefallen ist! Vor oder hinter dem Bewuchs. Tja, mein Fehler :-). Dementsprechend war das Einweisen und die Suchenpfiffe recht ungenau. Aber am Ende kam er sicher in das Gebiet und hat den Dummy früh in die Nase bekommen. Hier wären eindeutig mehr Punkte drin gewesen, Schade. Aber so waren die Punkte der Leistung gerecht.
Aufgabe 3 (10/20): Mit Aufgabe drei startete der Workingtest für Lago. In einem anspruchsvollen Gelände sollte der Hund auf ein Blind eingewiesen werden, auf dem Rückweg wurde eine Verleitmarkierung geworfen. Problem: man sah den Hund im hohen Gras/Schilf die meiste Zeit nicht und ein heftiger Wind fegte zudem über das Gelände. Auf “voran” zog Lago zunächst nach Links, das Einweisen nach Rechts klappte aber, bis er im Schilf verschwunden ist. Plötzliche raschelte das Schilf viel zu weit vorne, einen Dummy hatte er noch nicht im Fang. Also erneut ins “Back” geschickt und irgendwann mal auf gut Glück (man sah einfach nichts) den Suchenpfiff geträllert. Und Suchenglück gehabt, er kam mit einem Dummy zurück. Die Verleitmarkierung wurde hinter Lago geworfen. Er stoppte, schaute nach hinten (das soll er ja auch) und plötzlich dreht er um, und will frei nach dem Motto “das hat er aber noch nie gemacht” zur Verleitung rennen. Leider nicht schnell genug die Pfeife für den Rückpfiff erwischt und schon war es ein “schwerer Fehler”. Aber zum großen Glück wendete Lago sofort und brachte das Dummy zurück. Danach durfte die Verleitmarkierung gearbeitet werden. Hier hat er sich ein wenig schwer getan, aber auch diesen Dummy hat er sicher zurück gebracht.

Aufgabe 4 (15/20): Hier sollte lediglich eine Wassermarkierung gearbeitet werden. Der Werfer stand nah an der Wasserkante. Das Dummy wurde recht nah am Schilf ins Wasser geworden und trieb aufgrund des starken Windes auch gleich ab. Die Startposition war leicht schräg zur Wasserkante. Die Markierung war für den Hund nicht sichtbar. Lago hat auf “apport” den etwas leichteren Weg zum Wasser genommen 🙂 und ist dann erst nicht ins Wasser gegangen, weil er gedacht hatte, die Markierung sei am Ufer gelandet (oder er hat sie nicht sofort im Wasser gesehen und war dann überzeugt, sie kann ja dann nur an Land liegen). Lago ist also erst rechts runter am Ufer entlang, um dann doch noch beherzt ins Wasser zu springen, um dann den Dummy aus dem Schilf zu fischen. Schwierigkeit hier auf jeden Fall der starke Wind, das abtreiben des Dummys und die unterschiedlichen Würfe je Hund (Fallstellen). Aber der Dummy war drin!

Ergebnis: 51/80 Punkten – bestanden
Das war er dann, der erste bestandene Workingtest in der Open Klasse. 🙂
Vielen Dank an die Organisatoren, Helfern, den beiden Richtern und den netten Mitstartern für diesen kleinen aber feinen Workingtest. Vielleicht bis zum nächsten Jahr.
Lago hätte sicherlich bessere Punkte erreichen können, wenn da nicht immer dieser Chessie Überraschungsfaktor wäre. 🙂
